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Flaggentag 2020 - Bürgermeister für den Frieden


Am 8. Juli findet auch in diesem Jahr der weltweite Flaggentag des internationalen Bündnisses „Bürgermeister für den Frieden“ („Mayors for peace“) statt. An diesem Tag wird überall auf der Welt die Flagge des Bündnisses gehisst in Erinnerung an die völkerrechtliche Verpflichtung zur vollständigen Abrüstung aller Atomwaffen.
 
Seit über zwei Jahren ist auch Metzingen Mitglied bei „Bürgermeister für den Frieden“. Im vergangenen Jahr haben der ökumenische Arbeitskreis Frieden Metzingen, die Galeristin Bettina Scharping und die Stadtverwaltung zu diesem Anlass eine große Mitmachaktion auf die Beine gestellt, bei der Metzinger Kinder und Jugendliche ihre eigenen, bunten, individuellen Flaggen für den Frieden gestaltet und auf dem Platz vor dem Rathaus gezeigt haben. Leider ist in diesem Jahr eine solche Aktion wegen des Coronavirus nicht möglich.

Trotzdem war es den Verantwortlichen wichtig, auch in diesem Jahr ein sichtbares Zeichen für den Frieden zu setzen. So wird auch diesmal am 8. Juli vor dem Metzinger Rathaus die grün-weiße „Mayors-for-peace“-Flagge wehen. Sie symbolisiert den Einsatz des Netzwerkes für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Zudem sind einige der Werke vom letzten Jahr im Eingangsbereich der Metzinger Musikschule ausgestellt. „Uns ist es wichtig, auch in diesem Jahr – gerade auch in der aktuell schwierigen Situation – ein sichtbares Zeichen für den Frieden zu setzen.“, so Bettina Scharping.

„75 Jahre nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hat sich die Hoffnung der Überlebenden nach einer Welt ohne Kernwaffen immer noch nicht erfüllt. Wir, die Bürgermeister für den Frieden, erinnern mit dem Hissen unserer gemeinsamen Flagge an diesen Wunsch. Wir fordern die Atommächte eindringlich dazu auf, ernsthafte Verhandlungen zur Abschaffung der Nuklearwaffen zu führen und dem 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag endlich beizutreten.“ so Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler.

Mit der Aktion setzen sich die Bürgermeister für den Frieden in diesem Jahr insbesondere für die Verlängerung des New-Start-Vertrages ein. Das von den USA und Russland unterzeichnete Abkommen trat 2011 in Kraft. Es ist die letzte noch gültige Vereinbarung zur Begrenzung von Atomwaffen. Der Vertrag läuft im Februar 2021 aus. Neben der Forderung nach einer Verlängerung des New-Start-Vertrages appellieren die „Mayors for Peace“ am Flaggentag an die Atommächte, den Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 zu unterzeichnen.

„Die Zahl der weltweit einsatzbereiten Atomwaffen ist zwar leicht gesunken im vergangenen Jahr, aber die aktuell wieder stark anwachsende politische Bedeutung dieser Arsenale muss für uns alle ein Grund zu großer Beunruhigung sein“, erklärte Werner Schulz vom ökumenischen Arbeitskreis Frieden Metzingen. Es werde mit viel Geld an neuen Atomwaffen mit geringerer Sprengkraft gearbeitet, die angeblich gezielter eingesetzt werden können, die aber trotzdem extrem zerstörerisch sind. Diese verharmlosend „Mini-Nukes“ genannten Sprengköpfe können die Hemmschwelle, nukleare Waffen überhaupt einzusetzen, ganz gefährlich senken, so Schulz weiter. „Seit Hiroshima und Nagasaki kennen wir die Wirkung von Atomwaffen. Da hilft kein Lockdown und keine Quarantäne – und dagegen wird es nie einen Impfstoff geben. Gegen diese Bedrohung unserer Lebens- und Freiheitsrechte müssen wir aufstehen, dagegen lohnt es sich, auf die Straße zu gehen!“, so der Initiator der Mitmachaktion vom vergangenen Jahr.

Aktuell schätzt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri, dass die Atomwaffenstaaten noch immer rund 13.400 Kernwaffen besitzen. Zugleich werden die bestehenden Arsenale modernisiert. Es besteht die Befürchtung, dass eine neue Aufrüstungsspirale drohen könnte.
Der Flaggentag der Mayors for Peace erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (das Hauptrechtssprechungsorgan der Vereinten Nationen), das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde. Das Gutachten stellte fest, dass die Gefahr durch oder die Verwendung von Nuklearwaffen im allgemeinen dem Völkerrecht widersprechen. Mittlerweile nehmen mehr als 300 Städte an der deutschlandweiten Aktion der Bürgermeister für den Frieden teil.

Wer sind die Mayors for Peace?


Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 7.900 Städte gehören dem Netzwerk an, darunter mehr als 680 Städte in Deutschland.

Bild 2 Flaggentag 2020

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